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Krampfadern: «Gesundes Krafttraining hat keinerlei negative Folgen»

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Rund 20 Prozent der Bevölkerung leiden unter Krampfadern. Wer gefährdet ist, Krampfadern zu entwickeln, sollte längeres Stehen und Sitzen vermeiden und die Durchblutung durch regelmässige körperliche Aktivität fördern. Nicht verzichten muss man auf gesundes Krafttraining. «Wird die Pressatmung vermieden und mit adäquatem Gewicht trainiert, sind keinerlei negative Folgen zu befürchten», erklärt Dr. med. Tamim Obeid, Facharzt für Chirurgie mit Spezialgebiet Gefässchirurgie, im Interview. 

Dr. Tamim Obeid ist Facharzt für Chirurgie mit Spezialgebiet Gefässchirurgie.

Wodurch entstehen Krampfadern?

Dr. Tamim Obeid: Die Entstehung von Krampfadern wird durch verschiedene Risikofaktoren beeinflusst; die gewichtigsten sind das Alter sowie die genetische Veranlagung. Rund 70 Prozent der Personen, die familiär belastet sind, leiden im Laufe ihres Lebens selber unter Krampfadern. Auch Schwangerschaften sowie langes Stehen und Sitzen begünstigen die Entstehung von Krampfadern.

Worauf muss man achten, wenn man gefährdet ist, Krampfadern zu bekommen?

Längeres Stehen und Sitzen sollten vermieden und die Durchblutung durch regelmässige körperliche Aktivität gesteigert werden. Indem die Muskel-Venenpumpe auf diese Weise aktiviert wird, kann der Rücktransport des Blutes zum Herzen gefördert werden.

Was ist im Zusammenhang mit Krafttraining wichtig?

Die Entstehung von Krampfadern wird durch gesundes Krafttraining nicht gefördert. Selbst eine Studie über deutsche Gewichtsheber konnte keinen Einfluss des Gewichthebens – und dies bedeutet eine deutlich stärkere Belastung  –  auf die Bildung von Krampfadern nachweisen. Beim gesunden Krafttraining, wie es Exersuisse anbietet, ist wichtig, die sogenannte Pressatmung und damit einen möglichen venösen Blutstau zu vermeiden. Ist dies gewährleistet und werden die Übungen langsam und mit adäquetem Gewicht ausgeführt, spricht nichts gegen gesundes Krafttraining. Empfehlenswert ist zudem, in lockerer, nicht einengender Kleidung zu trainieren, nach dem Training die Beine kalt abzuduschen und allenfalls zu Fuss zum Training zu kommen, um das Blut vorgängig in Fluss zu bringen.

Muss man auf Krafttraining verzichten, wenn man bereits Krampfadern hat?

Nein. Bei ausgeprägten Krampfadern und vor allem wenn sie Beschwerden verursachen, empfiehlt es sich jedoch, zumindest während des Krafttrainings Kompressionsstrümpfe zu tragen – dies als Überbrückung bis zu einer allfälligen weiteren Behandlung.

Welche Behandlungsmethoden stehen zur Wahl?

Neben der klassisch chirurgischen Methode, bei der die kranken – den Blutfluss in die falsche Richtung leitenden Venen – vollständig entfernt werden, kommen heute endovenöse Katheterverfahren zur Anwendung. Die Venen werden dabei von innen her mittels Hitze, die durch Laser- oder Wärmesonden erzeugt wird, verschlossen. Kleine Krampfadern oder Besenreiser können verödet werden. Die Alternative zur operativen Behandlung von Krampfadern ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen – allerdings zu jeder Jahreszeit.

Wann sollte man in Bezug auf Krampfadern einen Arzt aufsuchen?

Ein Arztbesuch ist spätestens dann ratsam, wenn Beschwerden auftreten oder bei deutlich sichtbaren Krampfadern. Oftmals merken die Betroffenen gar nicht, dass sie unter Krampfadernbeschwerden leiden, da sie sich an das Schweregefühl in den Beinen gewöhnt haben.  Erst nach einer Operation wird ihnen bewusst, wie leicht sich ihre Beine wieder anfühlen.

Wann dürfen Patienten nach einer Behandlung wieder mit Krafttraining beginnen?  

In der Regel zwei bis drei Wochen nach der Operation.

 

Was sind Krampfadern? Bei Krampfadern, medizinisch Varizen genannt, handelt es sich um krankhafte Veränderungen des oberflächlichen Venensystems – hervorgerufen durch eine Schwäche der Venenklappen. Die Beinvenen übernehmen die Funktion, das Blut zum Herzen zu befördern. Dabei sorgen die Venenklappen dafür, dass das Blut – entgegen dem Gesetz der Schwerkraft – nicht nach unten sackt. Verlieren die Klappen ihre Funktion, kann das Blut nur noch ungenügend aus der Peripherie abtransportiert werden. Es kommt zu einem Blutstau in den Beinvenen, der häufig als Schweregefühl oder Knöchelschwellung im betroffenen Bein wahrgenommen wird. Die Venen dehnen sich zunehmend aus und werden als prallgefüllte, oft dicke, geschlängelte Adern sichtbar.

Was sind Besenreisser? Besenreisser sind sehr kleine Krampfadern, die sich sehr oberflächlich in der Haut  befinden. Sie können kosmetisch stören, haben aber in der Regel keinen Krankheitswert.

Kontakt

Dr. med. Tamim Obeid
Facharzt für Chirurgie, spez. Gefässchirurgie
–––––

Venenzentrum Bellevue-Zürich
Theaterstrasse 16
8001 Zürich-Bellevue

Telefon 044 251 43 00

venenzentrum-bellevue-zuerich.ch

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